Missy-Magazin 04/2022 – Aktuelle Ausgabe

5,50  inkl. Mwst.

Am 18.07.22 im Handel erschienen

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Artikelnummer: 18273 Kategorie:

Beschreibung

Die aktuellen Themen des Missy-Magazin 04/2022, wie auf der Homepage der Missy beschrieben:

Liebe*r Leser*in!

Fakeness hat keinen guten Ruf.
Ständig muss alles echt sein, sonst ist es schlecht. Was aber, wenn Gefälschtes ein Gegengift gegen die Tyrannei der Authentizität wäre? Wenn Fake-Strategien uns helfen würden, Rassismus im Alltag zu trotzen, neue Identitäten zu feiern oder vielleicht sogar die Traumwohnung zu finden – Codewort: Schufa(ke)? In unserem Dossier zum Thema haben sich unsere Autor*innen auf diverse Fake-Fährten begeben – und sind so was von fündig geworden (ab S. 52).

Fündig geworden ist auch Chile, das nach den Verheerungen der Pinochet- Diktatur und des Neoliberalismus endlich eine neue Verfassung entworfen hat, die kurz vor der Abstimmung steht. Unsere Autorin Sophia Boddenberg ergründet in ihrer Reportage (S. 38), welchen massiven Anteil die feministische und indigene Bewegung an diesem Meilenstein hat. Und was der neu gewählte linke Präsident Gabriel Boric jetzt liefern muss, um das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu verlieren.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge macht sich das Missy-Team auf in den Sommer: Wir heulen wie die Schlosshündchen, weil wir mit diesem Heft unsere langjährige Kolumnistin Nadia Shehadeh verabschieden müssen (die uns nicht nur mit fantastischen Texten, sondern tatsächlich auch mit einem süßen Snack-Paket beglückt hat!). Und wir jubeln, weil unsere ehemalige Redakteurin Vina Yun endlich wieder fix an Bord ist – und zwar als Nadias Nachfolgerin mit einer yummy Kolumne. Wir wünschen dir einen süß-salzigen Sommer,

Deine Missys

Aufschlag


Banden bilden:
  Die Covid-19-Pandemie ist immer noch nicht vorbei – sechs Freund*innen tun sich zusammen, um gemeinsam zu leiden. – S. 12

Lieblingsstreberin: Shary Reeves – S. 13

Work Work Work: Hundefriseurin – S. 14

Hä? Was heißt denn…Post-Ost? – S.15

Kultur & Gesellschaft

„Lieber gaymous als famous“: Farce ist aus der queeren Wiener Popszene nicht wegzudenken. Auf ihrem Album „Not To Regress“ singt sie von Mental Health und Crushing, Social Anxiety und queerer Liebe. Ein Ge- spräch über Bauchtaschen und darüber, was guter Pop kann. – S.17

U-Haul in Los Angeles: Was passiert, wenn zwei Personen im Prozess der Transition zu exzessiver Nähe gedrängt werden? Die Filmperformance „Seek Bromance“ von Samira Elagoz sucht nach Antworten. – S.20

Intimität als Choreografie: Julia Effertz ist Deutschlands erste Intimitätskoordinatorin. Ihre Arbeit soll Schauspieler*innen am Set schützen. – S.22

Brennt alles ab!: Abriss, Neuanfang oder doch eine langsame Transformation? Im neuen Comic von Nino Bulling begleiten wir die Protagonistin Ingken auf dem Weg zur neuen trans Identität. – S.24

Die Reise des O: Das „Project O“ von Anthony Hüseyin verhandelt deren Reise als nicht- binäre Künstler*in und berührt liebevoll Aspekte der türkischen Sprache.

Rolle Vorwärts: Viriler Superschurke. Shakespears Richard III. ist ein intriganter Mörder, gleichzeitig aber auch verletzt und verführerisch. Katja Brunner hat ihn als Frau neu geschrieben. – S. 24

Bildstrecke: Sunjin Won: In den Arbeiten zu vererbter Erinnerung finden Gefühle generationen- übergreifend ihren Ausdruck. – S. 28

Politik & Protest

„Wollt ihr euch vor dem Krieg drücken?“: Der russische Angriffskrieg stellt für trans Personen in der Ukraine eine große Gefahr dar – in mehrfacher Hinsicht. Über Staatsmacht, Transfeindlichkeit und nationale Körperpolitiken. – S. 35

Aus dem Schatten der Diktatur: Chile erlebt gerade einen der wichtigsten Momente seiner jüngeren Geschichte: Eine demokratisch gewählte Versammlung arbeitet eine neue Verfassung aus. Die treibende Kraft hinter der Bewegung für Veränderung ist der Feminismus. – S. 38

Titel – Sir Mantis

Fröhlich dissen: Der Rapper Sir Mantis bringt endlich sein Debütalbum „180 Grad“ raus, auf dem er gegen so ziemlich alles angeht, was falsch läuft in der Gesellschaft: z. B. Kapitalismus, Geld und Sexismus. Spaß macht das trotzdem. – S. 48

Dossier – Fake it

Woran denkst du beim Stichwort fake? An falsche Wimpern, aufgespritzte Lippen, gefälschte Markenware? Oder an die eine Person, die in der Schule immer nett zu dir war, aber hinter deinem Rücken über dich lästerte? Vielleicht denkst du auch noch an Hochstapler*innen, die fake Identitäten annehmen, aber was ist mit Höflichkeit, Notlügen und Codeswitching? Kann Fakeness legitim sein? Und: Wann wird wer oder was überhaupt als fake gelabelt und wann nicht?

Scamsalous!:Fake it until you can’t make it anymore … So lautet die Devise für Scammer*innen, wenn sie auffliegen. Doch ist Betrug immer moralisch verwerflich oder vielleicht auch eine Kunst? – S.54

Falsche Fuffis: Von Fila-Fakes und Fake Freckles über Codeswitching, Armutsperformance und Childhood-Scam-Ambitions bis zur gefälschten Schufa – unsere Autor*innen berichten von ihren Erfahrungen mit Fakeness. – S. 57

Naturally fake:Weiße Menschen kommentieren ständig die Afrohaare unserer Autorin. Doch dient die vermeintlich nett gemeinte Frage, ob die Haare einer Schwarzen Person echt sind, nur der Verfestigung der Machtverhältnisse. – S. 62

Knigge kannste knicken: Ist das Befolgen von Benimmregeln nicht einfach fake? Unsere Autorin findet: Ja, und schreibt gegen Höflichkeit und fürs Unterbrechen. – S. 65

Bitte nicht zu ehrlich: Notlügen hier und da schaden nicht, findet unsere Autorin, denn für absolute Aufrichtigkeit ist eh keine*r bereit. – S. 66

Sex, Körper& Style

Für einen Krümel mehr: Potenzielle Dates warmhalten, obwohl man ihnen gerade nicht gerecht werden kann? Das Phänomen klingt voll Neunziger, aber feiert gerade seine Renaissance. – S. 69

Bewusste Analfixierung: Analvenenthrombosen und Analfissuren sind unangenehm,
aber eigentlich keine große Sache. Es sei denn, sie sind chronisch. Betroffene leiden oft still – auch aufgrund von Tabus. – S. 70

Moodboard: Occupy Sylt – S. 72

Styleneid: Tsellot – S. 73

Crocs und Christmas Sweater:Etwa 15 bis 25 Prozent aller Menschen besitzen eine Form der Behinderung. Statt auf deren Kleidungsbedürfnisse einzugehen, ignoriert die Fashionbranche sie weitgehen. Hier äußern vier Träger*innen von adaptiver Mode, was sie nervt. – S. 74

Edutainment

Lizzo sucht Big Girls, der Musiksammelband der Ausgabe sucht These Girls und unsere neue Kolumnistin sucht Romantik für alle in Jjajang-Soße zum Dippen. Mehr Kulturkulinarik aller Sparten auf den folgenden Seiten und hier auf Missy Online.

Neue Welle, neue Bahn: Eli Preiss’ Musik ist gleichzeitig verspielt und politisch, ihr Auftritt mal mädchenhaft, mal tomboyish, ihre Songs tanz- und die Lyrics mitsingbar. Alles, was ein gutes Sommeralbum braucht. – S. 77

Musiktipps– S. 78

Podcasttipps – S. 85

Now & Then: Mia Morgan über Debbie Harry: In TikTok-Zeiten findet die Musikerin in der Blondie-Ikone eine Leitfigur, die schon vor Social Media den Mut hatte, laut, sexy und vielfältig zu sein. – S. 83

Waffe: Schwesternschaft: Drei DDR-Künstlerinnen suchen die Legitimation ihres Daseins – in einem Staat, der keinen Bock auf Kritik hat. – S. 89

Dancebattle gegen das Patriarchat:Kraft im Kollektiv: Lizzo verpasst der klassischen Reality-TVshow einen feministischen Twist. – S. 90

Film- und Serientipps – S. 91

Späte Würdigung: Nach dem erfolgreichen Sammelband „These Girls“ würdigt „These Girls, Too“ nun weitere musikalische Held*innen seit 1950 – und liefert nebenbei eine astreine Anleitung zur Masturbation. – S. 95

Literaturtipps – S. 96

Typenparade: Wider die Neutralität: In „Das weiße Denken“ seziert der Profifußballer Lilian Thuram das Fortwirken des Kolonialismus, die Konstruktion von Race und rassistische Sportinterviews. – S. 100

Comictipps – S. 101

Kolumne: Generation Hammer: Unsere neue Kolumnistin sagt: Vergesst romantische Beziehungen, esst lieber koreanisch! – S. 106